• Transparenz für Bürgerstrom-Kunden

Volle Transparenz für unsere Bürgerwerke-Kundinnen und -Kunden

GRUNDSÄTZE DER TARIFKALKULATION BEI DEN BÜRGERWERKEN

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Zusammensetzung der Bürgerstrom- und BürgerÖkogas-Preise, die Tarifanpassungen zum 01.01.2022 sowie die Hintergründe der aktuellen Energiepreis-Krise. Die Basis der Tarifkalkulation bei den Bürgerwerken bilden folgende Grundsätze:

Wir orientieren uns an den realen Kosten: Unsere Preise werden anhand der tatsächlichen Kosten kalkuliert, die bei uns für die Versorgung Ihres Haushalts oder Gewerbebetriebs anfallen. Da die Kosten sich je nach Netzgebiet unterscheiden, gibt es bei uns auch unterschiedliche Preise für jede Region.

Wir rechnen fair: Wenn unsere Kosten sinken, geben wir diesen Vorteil an Sie weiter. Wir erhöhen unsere Preise nur, wenn zusätzliche Kosten unsere Einsparungen übersteigen.

Transparenz ist uns wichtig: Sie erfahren die Gründe für Ihre Preisänderungen – egal, ob es günstiger oder teurer wird.

Wieso steigen die Energiepreise für 2022 relativ stark?

Für den enormen Anstieg der Börsenpreise für Energie im Jahresverlauf von 2021 gibt es verschiedene Gründe, die sich gegenseitig verstärken.

Da noch nicht 100 % des Stroms und der Wärme in Deutschland aus Erneuerbaren Energien stammen, sind wir als Gesellschaft weiterhin von den Preisen fossiler Brennstoffe abhängig. Je schneller wir als Gesellschaft die Erneuerbaren Energien ausbauen, desto früher werden wir unabhängiger von solchen Preisschwankungen (Tagesschau und Claudia Kemfert).

Es gibt seit einiger Zeit Lieferengpässe für die fossilen Brennstoffe Kohle (ZDF) und Gas (WirtschaftsWoche). Schon dieses geringere Angebot führt zu höheren Preisen. Hinzu kommt, dass gleichzeitig die Nachfrage wegen der aktuellen Konjunkturerholung durch das Ende vieler Pandemie-Maßnahmen und wegen des beginnenden Winters steigt.

Die steigenden Preise für Strom aus Kohle und Gas führen somit auch bei Strom aus erneuerbaren Quellen zu einem Preisanstieg, weil sich das gesamte Marktniveau erhöht. 2021 kommt verstärkend hinzu, dass die erneuerbare Stromerzeugung aufgrund von eines relativ schlechten Windjahres zurückging (Fraunhofer Institut). Der Bedarf musste also durch mehr fossile Brennstoffe gedeckt werden. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass wir die Erneuerbaren sowie Speichermöglichkeiten ausbauen müssen (erneuerbareenergien).

Der erhöhte Einsatz fossiler Brennstoffe führt außerdem zu einem höheren CO2-Preis in der Stromerzeugung, weil dieser sich nach Angebot und Nachfrage richtet. Das verteuert die Energieerzeugung aus fossilen Quellen zusätzlich (klimareporter).

Einen Überblick bietet Ihnen auch der Artikel “Zusammenfassung der eigentlichen Ursachen für steigende Strompreise” bei Utopia.

Müssen alle Energieversorger die Preise erhöhen?

Die gestiegenen Beschaffungspreise wirken sich bei allen Energieversorgern aus und führen in der gesamten Branche zu steigenden Preisen. Fast alle Anbieter haben ihre Preise bereits erhöht, die übrigen werden sicher nachziehen müssen.

Manche Anbieter, zu denen auch die Bürgerwerke gehören, konnten die steigenden Preise durch langfristige Planung und Sicherung von Mengen etwas abfedern. Alle Energiemengen, die neu beziehungsweise zusätzlich erforderlich sind, können aktuell aber nur zu dem neuen, höheren Marktpreisniveau beschafft werden. In diesem Zuge haben manche Versorger, die weniger langfristig planen, zuletzt ihre Arbeitspreise für Strom bundesweit deutlich erhöhen müssen. Das konnten wir bei den Bürgerwerken erfreulicherweise verhindern.

Was tun die Bürgerwerke, damit wir alle unabhängiger von Preiserhöhungen der fossilen Energien werden?

Es gefällt uns bei den Bürgerwerken überhaupt nicht, dass das fossile Marktgeschehen Einfluss auf unsere Preisgestaltung hat. Um unabhängiger zu werden, sind wir bei den Bürgerwerken in verschiedenen Bereichen aktiv:

Wir bauen neue Erneuerbare-Energien-Anlagen und verdrängen somit immer mehr fossile Kraftwerke – und damit auch deren Einfluss auf die Preisgestaltung.

Wir gehen zusammen mit unseren Energiegenossenschaften neue Möglichkeiten der Direktlieferung an. Mehr dazu bei der nächsten Frage “Können sog. PPAs helfen?”

Wir unterstützen Eigenverbrauchslösungen, bei denen möglichst wenig Strom aus dem öffentlichen Netz gekauft werden muss und so ein großes Maß an Unabhängigkeit erreicht wird. Dazu gehören Mieterstrom-Projekte, bei denen die Mieterinnen und Mieter Solarstrom aus Bürgerhand direkt vom eigenen Dach beziehen. Dazu zählt beispielsweise das Mieterstrom-Projekt der Ilmtal eG in Weimar oder die Quartiersversorgung der Heidelberger Energiegenossenschaft.

Genau dieses Engagement unterstützen alle Bürgerwerke-Kundinnen und -Kunden. Mehr dazu in unseren letzten Wirkungsberichten: 2021 | 2020 | 2019 | 2018

Können sogenannte PPAs (Power-Purchase-Agreements) helfen?

Nach 20 Jahren Einspeisevergütung fallen Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung. Betreiber erhalten für den erzeugten Strom dann keine Vergütung mehr vom Staat, sondern müssen sich eine andere Möglichkeit zur Vermarktung ihres Stroms suchen. Stromabnahmeverträge (engl. Power Purchase Agreements, kurz: PPAs) zwischen dem Erzeuger und einem Stromversorger ermöglichen genau das. Der Erzeuger erhält über eine feste Laufzeit einen vereinbarten Preis und der Stromversorger erhält echten grünen Strom, den er wiederum an seine Kundinnen und Kunden liefern kann.

Mit PPAs können wir in der Bürgerwerke-Gemeinschaft Chancen aus der Verbindung von Erzeugung und Lieferung von Bürgerstrom nutzen. So können wir unsere Bürgerstrom-Preise langfristig gegen Marktpreisschwankungen absichern und künftig unabhängiger von den Auswirkungen fossiler Brennstoff-Preise wie in der aktuellen Energiepreis-Krise werden. Und je mehr Bürgerstrom-Kundinnen und -Kunden wir beliefern, desto mehr Anlagen können wir außerhalb der EEG-Förderung direkt über unsere Endkundinnen und -kunden vermarkten – mit Vorteilen für Erzeuger und Verbraucher.

Wie trägt der Ausbau von Erneuerbare-Energien-Anlagen zur Wärmewende bei?

Unser Fokus liegt im Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und der Lieferung dieses Ökostroms, aber auch im Bereich der Wärmewende leisten wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden einen wichtigen Beitrag:

Einige unserer Bürgerwerke-Genossenschaften setzen neben Erzeugungsanlagen für Ökostrom auch erneuerbare Wärmeprojekte um. Dazu zählen beispielsweise die Nahwärme-Netze der WeilerWärme eG und der BürgerEnergieGenossenschaft Kraichgau sowie die Biogas-Anlage und die Pelletheizung der Energiegenossenschaft Starkenburg.

Durch den Zubau weiterer Erzeugungsanlagen haben wir mehr Ökostrom im deutschen Netz, der z.B. für den nachhaltigen Betrieb von Wärmepumpen genutzt werden kann. Dies unterstützt die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, die mittelfristig dazu beiträgt, dass wir auf fossile Brennstoffe verzichten können.

Mehr Ökostrom reduziert zudem die Nachfrage nach Gas für die Stromerzeugung, sodass mehr Gas für die Wärmeversorgung zur Verfügung steht. Dies kann nur eine Übergangslösung sein, denn auch Erdgas muss mittelfristig durch Energie aus erneuerbaren Quellen ersetzt werden.

Was Sie als Konsument oder Konsumentin tun können

Jeder einzelne Mensch, der sich für Bürgerstrom und damit für echten Ökostrom entscheidet, beschleunigt den Kohleausstieg, weil weniger Geld in fossile Energie fließt und weil wir immer mehr werden, die der Politik und dem Markt signalisieren: so kann es nicht weitergehen!

Da Sie sich bereits für die Bürgerwerke und damit einen der wenigen echten Ökostrom-Versorger Deutschlands als Ihren Energieversorger entschieden haben, sind Sie maßgeblich daran beteiligt, dass die Energiewende gelingt und wir in Zukunft nicht mehr von steigenden Preisen für fossile Rohstoffe abhängig sind. Als Kundin oder Kunde der Bürgerwerke stellen Sie sicher, dass Sie die Menschen unterstützen, denen wirklich etwas an der Energiewende liegt: Bürgerinnen und Bürger, die nicht warten, dass die Politik sich bewegt, sondern die selbst Erneuerbare-Energien-Anlagen bauen und jeden Tag für die Energiewende in Bürgerhand aufstehen.

Wenn Sie die Energiewende in Ihrer Region noch weiter unterstützen möchten, können Sie neben dem Bezug von Bürgerstrom und BürgerÖkogas auch Mitglied in einer Bürgerwerke-Genossenschaft in Ihrer Nähe werden.

Wenn Sie zudem Energie sparen können und möchten, finden Sie hier Anregungen: Grüner Strom-Label | energieheld | Verbraucherzentrale

Werden die Bürgerwerke die Preise wieder senken?

In diesem Jahr führt die Marktentwicklung zu einer Preissteigerung. Aber sie können sich sicher sein: Wir werden zukünftige Preissenkungen in vollem Umfang an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben, so wie wir es unter anderem letztes Jahr getan haben.

PREISZUSAMMENSETZUNG | BÜRGERSTROM

Der Strompreis setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Hier finden Sie zunächst eine grobe Einteilung, bevor weiter unten auf dieser Seite die einzelnen Teile genauer erklärt werden:

Beschaffung, Service und Bürgerenergie-Service: Dieser Teil Ihrer Stromrechnung fließt an unsere Energieerzeuger. Zudem enthält er die Kosten für die Abrechnung, den Kundenservice und die Bürgerenergie-Förderung in Höhe von 0,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh), mit der Sie die Energiewende in Bürgerhand fördern. Dieser Bestandteil ist aufgrund höherer Beschaffungskosten gestiegen.

Netz- & ZählerentgelteDiese Entgelte fallen für die Durchleitung des Bürgerstroms von unseren Erzeugern bis zu Ihrer Steckdose sowie für die Messung Ihres Verbrauchs an. Im bundesweiten Mittel haben sich diese Gebühren leicht erhöht.

Steuern & Abgaben: Die Summe der Steuern und Abgaben, die für Ihre Bürgerstrom-Lieferung anfallen, ist aufgrund einer deutlichen Reduzierung der EEG-Umlage gesunken. Eine genaue Auflistung finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Beschaffung, Service und Bürgerenergie-Service | Bürgerstrom

Aufgrund ungewöhnlich stark gestiegener Beschaffungskosten für Energie steigt dieser Anteil 2022 deutlich. Unsere gesunkenen Verwaltungskosten haben wir direkt an Sie weitergegeben, sodass die Erhöhung etwas abgefedert wird.

 

Fördere ich mit meinem Energiebezug die Bürgerwerke und ihre Energiegenossenschaften im Jahr 2022 so wie im Vorjahr?

Ja. Sie können sich sicher sein, dass Ihr Geld weiterhin wirkungsvoll für die Energiewende eingesetzt wird und Sie auch 2022 das Engagement der Bürgerwerke-Genossenschaften unterstützen. So fördern Sie als Privatkunde die ökologische Energieerzeugung mit 0,5 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde, was regelmäßig vom Grüner Strom-Label überprüft wird. Wie Ihre Unterstützung konkret Wirkung entfaltet, erfahren Sie hier in unserem Wirkungsbericht.

 

Wieso sind die Bürgerwerke als Ökostromanbieter mit direkten Lieferverträgen nicht komplett unabhängig von den Marktpreisen?

Jeder Ökostrom-Erzeuger (z.B. das Wasserkraftwerk, aus dem wir Wasserstrom zukaufen) hat grundsätzlich die Möglichkeit, seinen Strom an der Strombörse zu vermarkten. Wenn er stattdessen einen Stromliefervertrag mit einem Ökostromanbieter (wie den Bürgerwerken) abschließt, stellt sich natürlich die Frage: Zu welchem Preis wird der Strom verkauft? Was ist dieser Strom wert? In der Regel orientiert sich der im Vertrag festgelegte Wert am Preis an der Strombörse, den der Ökostrom-Erzeuger erhalten würde, wenn er ihn dort verkauft. So weiß der Ökostrom-Erzeuger, dass er sich nicht schlechter stellt als bei einer Vermarktung an der Strombörse und beide Parteien haben eine klare Referenz für den Strompreis. So stellen wir sicher, dass wir auch in Zukunft direkt mit den Betreibern der Erneuerbaren-Energien-Anlagen zusammenarbeiten und dass die Betreiber weiter in den Ausbau Erneuerbarer Energien investieren können.

Netz- & Zählerentgelte | Bürgerstrom

Um den Strom bundesweit an unsere Kundinnen und Kunden liefern zu können, schließen wir Verträge mit Netzbetreibern, denen wir für die Durchleitung des Stroms ein staatlich reguliertes Entgelt zahlen. Die Entgelte unterscheiden sich stark von Netzbetreiber zu Netzbetreiber, sodass hier nur Mittelwerte angegeben werden können. Die genaue Entwicklung für Ihr Netzgebiet können Sie auf Seite 4 Ihres Preisänderungsschreibens einsehen.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die vorläufigen Entgelte laut Netzentgeltblättern der Netzbetreiber mit Stand vom November 2021.

Arbeitspreis Netznutzung: Wir zahlen an jeden Netzbetreiber ein verbrauchsabhängiges Entgelt je gelieferter Kilowattstunde.

Grundpreis Netznutzung: Außerdem zahlen wir in der Regel ein verbrauchsunabhängiges Entgelt pro Kunde und Jahr.

Messentgelte: Für den Betrieb des Stromzählers zahlen wir ein sogenanntes Messentgelt an den Netzbetreiber oder den eigens dafür zuständigen Messstellenbetreiber.

Steuern & Abgaben | Bürgerstrom

Für die Belieferung unserer Kundinnen und Kunden sind wir verpflichtet, bundesweit folgende Entgelte, Steuern und Abgaben abzuführen. Insgesamt sinken die bundesweiten Entgelte, Steuern und Abgaben zum 01.01.2022, vor allem aufgrund der sinkenden EEG-Umlage.

Die Höhen der einzelnen Bestandteile sind in der folgenden Tabelle aufgeschlüsselt. Wenn Sie genauer wissen möchten, was die einzelnen Bestandteile bedeuten, können Sie hier in unser Hintergrund-PDF für Bürgerstrom schauen.

Zusätzlich wird abhängig von der Größe der Gemeinde oder Stadt eine Konzessionsabgabe an den Netzbetreiber abgeführt. Der Netzbetreiber leitet die Konzessionsabgabe als Gegenleistung für das Nutzungsrecht der öffentlichen Wege für die Verlegung und den Betrieb des Stromnetzes an die Gemeinde weiter.

 

Die Konzessionsabgabe liegt in Gemeinden…

  • … bis 25.000 Einwohner bei 1,32 Ct/kWh,
  • … bis 100.000 Einwohner bei 1,59 Ct/kWh,
  • … bis 500.000 Einwohner bei 1,99 Ct/kWh,
  • … über 500.000 Einwohner bei 2,39 Ct/kWh.

PREISZUSAMMENSETZUNG | BÜRGERÖKOGAS

Der Preis für BürgerÖkogas setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Hier finden Sie zunächst eine grobe Einteilung, bevor weiter unten auf dieser Seite die einzelnen Teile genauer erklärt werden:

Beschaffung, Service und Bürgerenergie-Service: Dieser Teil fließt zum einen an die Biogasanlage in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern), die aus Reststoffen der Zuckerrüben-Verarbeitung unser nachhaltiges Biogas herstellt. Zum anderen enthält er die Kosten für den Kundenservice und die Bürgerenergie-Förderung in Höhe von 0,3 Cent pro Kilowattstunde. Aufgrund ungewöhnlich stark gestiegener Beschaffungskosten für Energie steigt dieser Anteil 2022 deutlich.

Netz- & ZählerentgelteDiese Entgelte fallen für die Durchleitung von BürgerÖkogas zu Ihrem Gasanschluss sowie zur Messung Ihres Verbrauchs an. Im bundesweiten Mittel sind diese Entgelte leicht gestiegen.

Steuern & Abgaben: Die Summe der Steuern und Abgaben, die 2022 für BürgerÖkogas-Lieferungen anfallen, sind aufgrund des höheren CO2-Preises im Mittel gestiegen. Eine genaue Auflistung finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Beschaffung, Service und Bürgerenergie-Service | BürgerÖkogas

Aufgrund ungewöhnlich stark gestiegener Beschaffungskosten für Energie steigt dieser Anteil 2022 deutlich. Unsere gesunkenen Verwaltungskosten haben wir direkt an Sie weitergegeben, sodass die Erhöhung etwas abgefedert wird. Neben Beschaffungskosten, Service und der Bürgerenergie-Förderung ist in diesem Kostenbestandteil auch die Summe aus der Bilanzierungsumlage, der Konvertierungsumlage und dem Konvertierungsentgelt in Höhe von 0,012 Ct/kWh eingerechnet. Erläuterungen zu diesen Bestandteilen finden Sie hier in unserem Hintergrund-PDF.

 

Fördere ich mit meinem Energiebezug die Bürgerwerke und ihre Energiegenossenschaften im Jahr 2022 so wie im Vorjahr?

Ja. Sie können sich sicher sein, dass Ihr Geld weiterhin wirkungsvoll für die Energiewende eingesetzt wird und Sie auch 2022 das Engagement der Bürgerwerke-Genossenschaften unterstützen. So fördern Sie als Privatkunde die ökologische Energieerzeugung mit 0,3 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde BürgerÖkogas. Wie Ihre Unterstützung konkret Wirkung entfaltet, erfahren Sie hier in unserem Wirkungsbericht.

 

Wieso ist der BürgerÖkogas-Preis mit bis zu 100 % Biogas-Anteil nicht unabhängig von Preissteigerungen der fossilen Brennstoffe?

Die Bürgerwerke haben zwar einen direkten Abnahmevertrag mit der Erzeugeranlage ihres Biogases in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern), dieser orientiert sich allerdings an den Börsenpreisen für Gas.

Jeder Erzeuger hat grundsätzlich die Möglichkeit, sein Gas an der Börse zu vermarkten. Wenn er stattdessen einen Gasliefervertrag mit einem Ökoenergieanbieter (wie den Bürgerwerken) abschließt, stellt sich natürlich die Frage: Zu welchem Preis wird das Gas verkauft? Was ist dieses Gas wert? In der Regel orientiert sich der im Vertrag festgelegte Wert am Gaspreis an der Börse, den der Erzeuger erhalten würde, wenn er ihn dort verkauft. So weiß der Erzeuger, dass er sich nicht schlechter stellt als bei einer Gas-Vermarktung an der Börse und beide Parteien haben eine klare Referenz für den Gaspreis.

Da der Marktpreis für Erdgas inzwischen über dem Biogas-Preisniveau der letzten Jahre liegt, wird auch Biogas teurer gehandelt als bisher. Der Preis für Biogas ergibt sich aus dem Erdgas-Preis zuzüglich eines Aufschlags.

Netz- & Zählerentgelte | BürgerÖkogas

Um Ökogas bundesweit an unsere Kundinnen und Kunden liefern zu können, schließen wir Verträge mit Netzbetreibern, denen wir für die Durchleitung von BürgerÖkogas ein staatlich reguliertes Entgelt zahlen. Die Entgelte unterscheiden sich stark von Netzbetreiber zu Netzbetreiber, sodass hier nur Mittelwerte angegeben werden können. Die genaue Entwicklung für Ihr Netzgebiet können Sie auf Seite 4 Ihres Preisänderungsschreibens einsehen.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die vorläufigen Entgelte laut Netzentgeltblättern der Netzbetreiber mit Stand vom November 2021.

Arbeitspreis Netznutzung: Wir zahlen an jeden Netzbetreiber ein verbrauchsabhängiges Entgelt je gelieferter Kilowattstunde.

Grundpreis Netznutzung: Außerdem zahlen wir in der Regel ein verbrauchsunabhängiges Entgelt pro Kunde und Jahr.

Messentgelte: Für den Betrieb des Stromzählers zahlen wir ein sogenanntes Messentgelt an den Netzbetreiber oder den eigens dafür zuständigen Messstellenbetreiber.

Steuern & Abgaben | BürgerÖkogas

Die Summe der Steuern und Abgaben, die 2022 für die Lieferung von BürgerÖkogas anfallen, sind im Mittel gestiegen.

Als wirtschaftlicher Anreiz für den Wechsel von fossilen zu regenerativen Energieträgern wurde zum 01.01.2021 ein nationaler Emissionshandel für CO2-Ausstoß eingeführt. In den ersten Jahren werden zunächst feste Preise je Tonne CO2 erhoben und diese Preise für unterschiedliche fossile Energieträger entsprechend ihres CO2-Ausstoßes in einen Preis je kWh umgerechnet. Diese steigen jedes Jahr. Für Erdgas beträgt dieser ab dem 01.01.2022 0,546 Ct/kWh, für Biogas wird hingegen keine Abgabe fällig.

Da BürgerÖkogas – je nach gewähltem Tarif – aus 5, 10 oder 100 % Biogas besteht, wird die Abgabe für Bürgerwerke-Kundinnen und -Kunden nur anteilig bzw. gar nicht fällig. In der folgenden Tabelle wird davon ausgegangen, dass BürgerÖkogas mit 10 % Biogas-Anteil bezogen wird. Deshalb ist auch die CO2-Abgabe 10 % niedriger (0,491 Ct/kWh) und liegt nicht bei den vollen 0,546 Ct/kWh.

Unverändert bleibt dagegen die Energiesteuer. Sie fällt an, wenn Endverbraucher Gas aus dem Versorgungsnetz entnehmen. Steuerschuldner ist stets der Versorger – in Ihrem Fall also die Bürgerwerke, die sich darum kümmern, dass diese Steuer in der richtigen Höhe bezahlt wird.

Zusätzlich wird eine Konzessionsabgabe an den Netzbetreiber abgeführt. Der Netzbetreiber leitet die Konzessionsabgabe als Gegenleistung für das Nutzungsrecht der öffentlichen Wege für die Verlegung und den Betrieb des Gasnetzes an die Gemeinde oder Stadt weiter. Die Konzessionsabgabe liegt bei 0,03 Ct/kWh.

Kontakt und Feedback

Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Informationen Ihnen dabei geholfen haben, Ihren Energiepreis für 2022 zu verstehen. Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne bei uns melden.

 

Gertrud Kallweit
Energiewende-Botschafterin | Leiterin Kundendialog
06221 39 289 20
kundendialog@buergerwerke.de

 

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